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Weltkindertag 2018

Kinder der VG Höhr-Grenzhausen haben für ihre Rechte demonstriert

Fast 500 Mädchen und Jungen zogen durch Höhr – Auch Unterricht in Sachen Demokratie

HÖHR-GRENZHAUSEN. „Wir haben Rechte!“ riefen die fast 500 Kinder, die lautstark mitten durch Höhr zogen. Auf ihren Plakaten, Transparenten und Fahnen wurden sie deutlicher: „Bildung für alle!“ war da zu lesen und „Recht auf Gesundheit“, „Privatleben und Würde achten“ oder „Bildung macht glücklich“. Selten hat Höhr-Grenzhausen eine so große Demonstration erlebt, und noch nie sind weit und breit so viele Kinder für ihre Rechte auf die Straße gegangen.


Zum ersten Mal haben die Schülerinnen und Schüler der Schulen der Verbandsgemeine und die Kindergartenkinder der Kinderarche zum Weltkindertag ein besonders mächtiges Instrument einer Demokratie eingesetzt: die friedliche Demonstration. Bisher hatten sie schon oft im vorbereitenden Unterricht Plakate gemalt und Forderungen auf Banner geschrieben, aber die wurden dann „nur“ auf dem Platz der Kinderrechte in die Höhe gereckt.

Diesmal war es anders. Als Kindergruppe um Kindergruppe den Schulhof der Goethe-Schule verließ und auf die Rathausstraße einbog, hatten Polizei und Ordnungsamt schon den Verkehr gestoppt, aber es kostete Überwindung, den sicheren Gehweg zu verlassen und die Straße zu erobern. „Demokratie leben!“ – der Name ist Programm – auch für diesen Tag. Dass so viele Kinder für ihre Rechte demonstrieren, interessierte auch die Medien – Presse, Radio, Fernsehen, lokal und überregional begleiteten den Zug.

Am Platz der Kinderrechte wurden die Demonstranten von der Schulband der Schiller-Schule mit Kinderrechte-Liedern empfangen. Goethe-Schulleiter Alfred Haas hieß die große Schar willkommen; er war wie immer erster Organisator in einem Lehrer-Team aller Schulen, der VG-Verwaltung, dem Kinderschutzbund, der Zweiten Heimat und diesmal auch von PAuL e.V. Es war auch für ihn wieder eine anrührende Erfahrung, die Kinder so ernsthaft bei der Sache zu sehen.

Joachim Türk vom Kinderschutzbund wies auf die Bedeutung der Kinderrechte auch in Deutschland hin. Mehr als vier Millionen Kinder leben in unserem Land in Armut – viele von ihnen haben aus Geldnot schlechte Bildungschancen. Arm bleibt arm, Herkunft entscheidet über die Zukunft. Deshalb ist mehr Gerechtigkeit in der Bildung eine der wichtigsten Forderungen des Deutschen Kinderschutzbundes, der erreichen will, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz geschrieben werden.

Für Bürgermeister Thilo Becker war die Demo ein hervorragender Beleg dafür, dass Schule nicht nur im Klassenraum stattfindet und Unterricht auch Ausprobieren ist. Er dankte den Kindern und ihren Lehrern für die klare Botschaft, den Einsatz und die Verteidigung dieser wichtigen Rechte.

Dass zu den Kinderrechten auch das Recht auf eine gesunde Umwelt gehört, hat die Veranstaltung geprägt: Natürlich gab es, dank Landesmitteln der Aktion „Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz“, wieder leckere Brötchen für alle. Aber statt 500 Luftballons starteten nur noch fünf. Und statt 500 Trinkpäckchen wurden dank „Demokratie leben!“ wiederverwendbare Trinkflaschen mit Höhr-Grenzhäuser Trinkwasser und Kinderrechte-Botschaften verteilt, die nun im Gymnasium im Kannenbäckerland, der Schiller-Schule, der Ernst-Barlach-Realschule plus, der Goethe-Schule, der Sonnenfeldschule in Hilgert und in der Kinderarche zum Einsatz kommen. Die erste Kinderrechte-Demo wird also gleich mehrfach nachhaltig in Erinnerung bleiben.


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