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Weltkindertag 2017

Das ist toll: Erster Platz der Kinderrechte in unserer Stadt

Mit einem bunten Fest haben 500 Kinder und viele Erwachsene den „Platz der Kinderrechte“ in Höhr-Grenzhausen offiziell getauft und eingeweiht. Zum ersten Mal in Deutschland hat eine Kommune den Beschluss gefasst, einen Platz offiziell nach der Kinderrechte-Charta der Vereinten Nationen zu benennen.

Und wieder hat das Wetter mitgespielt: Bei unserer Feier zum Weltkindertag und zur Einweihung unseres „Platzes der Kinderrechte“ schien die Sonne. Das hat alle gefreut, die fast 500 Kinder, die Gastgeber aus der Stadt und natürlich die „Promi“-Gäste aus Mainz und Berlin.

Vor allem der Deutsche Kinderschutzbund, der seit Jahren dafür kämpft, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, würdigte den einstimmigen Beschluss des Stadtrats und verlegte seine zentrale Feier zum Weltkindertag nach Höhr-Grenzhausen. Für Landtagspräsident Hendrik Hering ist der Platz künftig eine ständige Aufforderung, Kinder an demokratischen Entscheidungen zu beteiligen, und ein Signal dafür, dass Kinder auch tatsächlich etwas in ihrem Sinn bewegen können.

Schülerinnen und Schüler von 21 Klassen aller Schulen der Verbandsgemeinde zeigten, dass sie es ernst meinen: Lautstark ihre Rechte einfordernd, Plakate und Fahnen schwenkend kamen sie auf den Platz an der Töpferstraße. Schulleiter Alfred Haas /Goethe-Schule) begrüßte sie gut gelaunt – immerhin ist die offizielle Benennung ein Schlusspunkt unter einer Entwicklung, die aus der Schule angestoßen und von Stadt, Verbandsgemeinde, alljährlich auch vom Familienministerium des Landes und dem Kinderschutzbund mit seiner Vorsitzenden Heidi Ramb über Jahre gefördert und verstärkt wurde.
Haas und Heidi Ramb hießen auch eine große Schar erwachsener Gäste willkommen, die sich auf dem Platz und im Getümmel sichtlich froh fühlten und von der Begeisterung anstecken ließen. Der Landtagspräsident jedenfalls forderte die Kinder enthusiastisch auf, sich zu Wort zu melden, ihr Recht auf Mitsprache wahrzunehmen und den aktuellen Erfolg als Ansporn für neue Projekte zu betrachten. Das stärke die Demokratie. Er beglückwünschte Höhr-Grenzhausen für den außergewöhnlichen Schritt – aber auch für vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit über Jahre hinweg. Es sei kein Zufall, dass der erste „Platz der Kinderrechte“ in Höhr-Grenzhausen, im Westerwald, in Rheinland-Pfalz daheim ist.

Dass die kommunalen Entscheidungsträge die Lebenswirklichkeit der Kinder im Blick haben, bestätigte Stadtbürgermeister Michael Thiesen. Dass die städtischen Gremien hinter einer Politik stehen, die seit der Amtszeit von Jürgen Johannsen die Kinder und Jugendlichen von Höhr-Grenzhausen fördert, sei inzwischen in der Stadt deutlich spürbar. Die Benennung des Platzes ist für ihn keine Geste, sondern „ein Bekenntnis“.
Dem stimmte Bürgermeister Thilo Becker zu. Die Kinderrechte müssen kommunal umgesetzt werden. Genau dies geschehe in der Verbandsgemeinde, ihren Schulen, Kitas, Jugendangeboten und dem Jugendforum. Er dankte für die Unterstützung auf diesem Weg durch Bundes- und Landesregierung, aber vor allem auch beim Deutschen Kinderschutzbund. Dessen Vizepräsident Christian Zainhofer lobte die Arbeit in Stadt und Verbandsgemeinde und würdigte die Namensvergabe, die weit über „Symbolpolitik“ hinausgehe. In Höhr-Grenzhausen befassen sich viele Menschen mit den Kinderrechten, sie setzen Zeichen und haben ihnen nun per Stadtratsbeschluss eine Heimat mitten im Ort gegeben. Er forderte den neuen Bundestag auf, die Kinderrechte jetzt endlich ins Grundgesetz aufzunehmen.
Zainhofer sieht Höhr-Grenzhausen an der Spitze einer Bewegung: Dem Kinderschutzbund in Berlin liegen viele Absichtserklärungen für ähnliche Projekte vor. Thilo Becker hatte deswegen ein Staffelholz vorbereitet, das er dem Geschäftsführer des Mainzer Kinderschutzbundes, Uwe Hinze, übergab. Die Landeshauptstadt wird im kommenden Jahr einen „Platz der Kinderrechte“ bekommen.

„Wir Kinder haben Rechte“, sang der Chor der Goethe-Schule, und die Band der Schiller-Schule legte mit ihrem poppigen Rechte-Song nach, die Ehrengäste klatschten erfreut, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Gabi Weber, die Landtagsabgeordneten Josef Dötsch und Dr. Tanja Machalet, Roland Giefer, der mit der Goethe-Schule die Kinderrechte auf Keramikwürfel übertragen hat, etliche Ratsmitglieder und der Landesvorstand und etliche Abordnungen von anderen Ortsverbänden des Deutschen Kinderschutzbundes.
Sie alle wurden Zeugen, als Kinder das neue Namensschild enthüllten – kein profanes Namensschild, sondern eine schön gestaltete Keramik. Auch das ist ein Zeichen der Wertschätzung.

Am Ende stiegen 500 Ballons in den blauen Himmel – für jedes der Kinder einer – und 21 große Ballons trugen Kinderrechtekarten in die Ferne. Nach so viel Aufregung, Klatschen und Gesang freuten sich die Kinder über die Stärkung, die die ortsansässigen Bäckereien Conrad, Comak und Meurer sowie der REWE-Markt Hoffmann zur Verfügung gestellt hatten.


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