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Kinder leiden unter Streit

Streit in der Familie bereitet Kindern größte Sorgen „Sorgenbüros“ des Kinderschutzbundes befassen sich häufiger mit Armut und Arbeitslosigkeit – Jungen lernen, sich helfen zu lassen

Foto: fotolia (75897818)

WESTERWALD. Wenn Kinder in einem der 15 „Mobilen Sorgenbüros“ Hilfe suchen, geht es fast immer um Probleme in der Familie. Vor allem, wenn Eltern sich trennen und wenn es Streit gibt. Dieser Trend hat sich auch im Schuljahr 2016/2017 fortgesetzt, berichtet der Deutsche Kinderschutzbund. Stark angestiegen ist außerdem die Zahl der Schwierigkeiten durch Armut und Arbeitslosigkeit oder Migrationshintergrund.

In seinem Jahresbericht stellt der Kreisverband Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen jedoch eine positive Erkenntnis an den Anfang: Während Männer im Erwachsenenalter seltener professionellen Rat in Anspruch nehmen als Frauen, haben die sozialpädagogischen Fachkräfte in den „Mobilen Sorgenbüros“ diese Hemmschwelle abgebaut: In ihren Büros sitzen fast genauso oft Jungs wie Mädchen. Die gute Erfahrung prägt: Auch in den weiterführenden Realschulen plus sind die Jungen aus Schulen mit Sorgenbüros offener für Hilfsangebote.

Jungen wie Mädchen suchen meist Unterstützung, wenn es daheim knirscht – wenn die Eltern sich trennen wollen, wenn nahe Angehörige schwer krank sind oder sterben. Solche Erlebnisse machen den Kindern Angst. Angst ist die häufigste Nennung im individuellen Bereich, sie liegt vor psychischen Problemen und gestörtem Sozialverhalten. Die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes helfen den Kindern dann häufig über Gespräche in der Schule hinaus – zum Beispiel auch durch Gespräche mit den Eltern.

Innerhalb der Schule wird der Leistungsdruck immer stärker spürbar; die Zahl der Nennungen ist erneut gestiegen, diesmal um 17 Prozent. Noch stärker zugenommen haben Probleme, die mit Migrationshintergrund zu tun haben, oder mit Armut und Arbeitslosigkeit. Aber dieser Anstieg begann auf niedrigem Niveau – von 3 auf 37 bzw. von 16 auf 45.
In den 15 Grundschulen der Verbandsgemeinden Montabaur, Höhr-Grenzhausen und Selters haben die Fachkräfte mehr als 2000 Gespräche mit Kindern geführt. 400 weitere Gespräche gab es mit Eltern, anderen Beratungsstellen oder dem Sozialamt. Meist kommen die Schülerinnen und Schüler in eigener Initiative zum Sorgenbüro, manchmal raten Lehrerinnen und Lehrer zu dem Gespräch, mit denen sich die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes ohnehin eng abstimmen.

Als sehr erfreulich bewertet wurde, dass die Verbandsgemeinde Montabaur das Angebot erheblich ausweitet, um die Wartezeiten für die Kinder zu verkürzen oder zu vermeiden. Außerdem können sich die Sozialpädagogischen Fachkräfte dann intensiver um die Trennungskinder kümmern, aber auch um Themen wie den Anstieg der Schwierigkeiten durch Armut und Migrationshintergrund.

Die „Mobilen Sorgenbüros“ gibt es seit mehr als 20 Jahren. Sie werden überwiegend von den Schulträgern finanziert, aber auch durch Zuschüsse von Land und Kreis sowie durch Spenden und Mitgliedsbeiträge des Kinderschutzbundes. Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann auch unkompliziert und sicher online spenden: www.kinderschutzbund-westerwald.de.

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